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Das Gänseblümchen (Bellis perennis L.)

Jeder kennt es, dieses zarte hübsche (Bellis) und ausdauernde (perennis) Pflänzchen, das wir fast das ganze Jahr über besonders oft in Rasenflächen finden. Es ist so gut wie unverletzlich. Wird die Wiese gemäht oder wird es von den Füßen zertreten: Am nächsten Tag sprießen die Blüten wieder, bzw. es richtet sich wieder auf, als ob nichts passiert wäre.

Die Blüten öffnen sich, sobald es hell wird und schließen sich, wenn es dunkel wird. Es ist auch ein Regenankündiger: Öffnen sich die Blütenköpfchen am Morgen nicht, bzw. schließen sie sich tagsüber und hängen zur Erde hin, dann ist Regen angesagt.

Gänseblümchen auf der Wiese. Foto: Alexia Zöggeler

Die Inhaltsstoffe

Verwendet werden die Blüten und die Blätter und Knospen praktisch fast das ganze Jahr über.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind:

  • Saponine,
  • ein hoher Anteil an Ballaststoffen,
  • Bitterstoffe,
  • Gerbstoffe,
  • Schleimstoffe,
  • Flavonoide,
  • Vitamin A,
  • Vitamin C,
  • Kalium
  • Magnesium,
  • Eisen und
  • Calcium.

 

Die Anwendung in der Volksheilkunde

Es gibt zwar keine anerkannte Wirkung in der Medizin, aber in der Volksheilkunde ist dieses Pflänzchen sehr beliebt.
Schon Plinius hat es vor 2000 Jahren erwähnt: Die Wunden der römischen Soldaten wurden mit Gänseblümchen behandelt.

Gänseblümchen wirken:

  • entgiftend und
  • ausleitend,
  • schleimlösend,
  • stoffwechselanregend,
  • entzündungshemmend,
  • wundheilungsfördernd und
  • harntreibend.

In der Volksheilkunde wird es gerne verwendet,

  • vor allem zu Entgiften bei Frühlingskuren, in Kombination mit anderen Kräutern oder auch alleine.
  • Aber auch bei Hauterkrankungen, z.B. bei Ausschlägen und Akne.
  • Der Tee lindert Husten und Erkältungen.

Die Verarbeitung

Es kann vielseitig angewendet werden, ob als Tee, Tinktur, homöopathische Schmerzsalbe, Hautcreme oder für Umschläge und Spülungen.

Gänseblümchen-Essig. Foto: Alexia Zöggeler

Gänseblümchen-Tee

2 TL frische Blütenköpfe und Blätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
3 mal täglich 1 Tasse gesüßt mit Honig trinken.

Dieser Tee – doppelt so stark zubereitet – kann äußerlich für Waschungen und Umschläge verwendet werden. Er hilft bei Wunden und Prellungen, als Gesichtswasser bei chronischen Hautleiden und zum Betupfen von Akne.

 

Gänseblümchen-Wundsalbe nach Ursel Bühring

  1. Eine Handvoll Gänseblümchen werden in 200 ml Olivenöl bei 70 Grad 15 Minuten lang erhitzt und ausgezogen, Deckel auf dem Topf lassen.
  2. Das Ganze über Nacht stehenlassen,
  3. Am nächsten Tag abgießen, das Blütenöl erneut erwärmen und 30 Gramm Bienenwachs darin schmelzen.
  4. Bei Bedarf ätherische Öle dazugeben, z.B. Lavendelöl.
  5. In saubere Salbendöschen abfüllen.

 

In der Küche

In der Wildkräuterküche wird es auch sehr geschätzt, auch wenn es durch die Bitterstoffe und Gerbstoffe nicht so fein schmeckt. Mit seinen leicht nussige Aromen passt es gemischt mit anderen wilden Kräutern und zarten Salaten gut zusammen.
Die Bitterstoffe sättigen und verjüngen, regen den Herz-Kreislauf an, nicht zu vergessen füllen den Haushalt der Vitamine und Spurenelemente auf.
Außerden ist es eine Augenweide und hübscht jedes Gericht auf.

Blütenkuchen – darunter sind auch die Gänseblümchen. Foto: Alexia Zöggeler

Ein paar Ideen für die Küche:
  • Neunkräutersuppe,
  • Frühlings-Wildkräutersalat,
  • Kräuterquark,
  • Dekoration aufs Butterbrot,
  • auf Nachspeisen, Kuchen,
  • Gänseblümchen-Essig,

Essbar sind die jungen Blätter, Knospen und die Blüten.

 

Gegenanzeigen

Nicht zu viel davon essen, denn die darin enthaltenen Saponine können zu Übelkeit oder Durchfall führen.
Nicht angesagt bei einer Allergie gegen Korbblütler.

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