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🌸Aconitum Napellus – Der blaue Eisenhut – Homöopathie Teil 4🫧

Heute tauchen wir ein in die Welt des hochgiftigen blauen Eisenhutes bzw. Sturmhutes Aconit, als Abkürzung für Aconitum Napellus. Homöopathisch ausgewählt (dem Ähnlichkeitsprinzip entsprechend) und potenziert, wird das starke Gift des Eisenhutes zu einem kraftvollen Heilmittel.

Bevor wir uns heute dem nächsten homöopathischen Mittel widmen, hier noch ein allgemeiner Hinweis in Bezug auf die Homöopathie:

Homöopathische Arzneimittel werden von den meisten Menschen nur unter dem Gesichtspunkt der akuten Notfallmedizin betrachtet, wo sie durch ihre rasche und sanfte Wirkung große Dienste leisten. Hinter jedem homöopathischen Mittel steckt jedoch ein charakteristisches Wesen, das sehr vielschichtig auf den verschiedensten Ebenen zum Tragen kommt. Dabei ist es nicht von Belang, ob dieses Mittel in der Urtinktur als giftig oder als ungiftig gilt. Vor allem in der Homöopathie gilt der Grundsatz: Die Dosis macht das Gift. Sehr giftige Pflanzen, Tiergifte oder Mineralien entwickeln sich im potenzierten Zustand zu unverzichtbaren Heilmitteln der Homöopathie.

Wenn wir uns auf die tieferen Impulse eines Heilmittels einlassen, wird wie bei einer Zwiebel Schicht für Schicht unsere eigentliche innere Schönheit freigelegt und der Weg zur individuellen Lebensbestimmung gebahnt. So können homöopathische Mittel eine nicht zu unterschätzende Persönlichkeitsentwicklung bewirken, eine Persönlichkeitsveränderung immer nur zum Guten.

ACONITUM NAPELLUS – DER BLAUE EISENHUT

Der blaue Eisenhut gilt als die giftigste Pflanze Europas. Die Knolle enthält zwischen 0,2 und 3% Aconitin je nach Größe und Jahreszeit. Die Hauptwirkstoffe sind die Di-Esteralkaloide Aconitin, Mesaconitin und Hypaconitin.  Beim Menschen bewirken bereits 0,2 Gramm der Pflanze Vergiftungserscheinungen, 2 bis 4 Gramm der frischen Wurzel, sind innerhalb von 30 bis 45 Minuten tödlich.

Schon die bloße Berührung der Pflanze kann zu Hautirritationen und Vergiftungserscheinungen führen. Ein Kribbeln sowie Taubheit der Haut, sinkender Blutdruck und Übelkeit können Symptome sein.

Werden Pflanzenteile verschluckt, sind meist Herzversagen und Atemstillstand die Folgen. Deshalb im Umgang mit dieser Pflanze äußerste Vorsicht walten lassen!

 

Wir sehen, am Gesunden verursacht die Vergiftung mit Aconit plötzliche, schnelle Reaktionen des Körpers, genauso geschieht das mit dem Zustand beim Kranken, der durch Aconit geheilt wird.

Durch die Potenzierung wurde Aconitum in der Homöopathie eines der wichtigsten Mittel der Materia Medica. Aconitum Napellus ist nicht nur auf körperliche Beschwerden beschränkt. Vielmehr wird dieser natürliche Wirkstoff auch für seine positive Wirkung auf die Psyche geschätzt.

Wenn es um Themen geht, wo Menschen einen großen Schreck oder Schock erlitten haben oder unter Angstzuständen bzw. generell unter großer Ängstlichkeit leiden, kann Aconitum das Mittel der Wahl sein. Diese Angstzustände können durch unterschiedliche Dinge ausgelöst werden, wie Klaustrophobie, einen Unfall oder den Aufenthalt in kaltem (trockenem) Wind. Das Nerven- und Gefäßsystem gerät durch solche Ereignisse in stürmischen Aufruhr. Aconitum gilt als eines der wichtigsten Notfallmittel und darf in keiner Reise- und Hausapotheke fehlen.

Aconitum hat sich als wirksam bei der Linderung von Unruhe und innerer Anspannung erwiesen und wird oft für Menschen empfohlen, die hyperaktiv sind und Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Dieser Menschentyp steht häufig unter ständigem Stress und entwickelt Ängste, wie zum Beispiel Panikattacken. Bei chronischen Beschwerden eines Schocks sollte man auch an das homöopathische Mittel Opium denken.

 

Ein charakteristisches Merkmal des Aconitum-Typs ist die Todessehnsucht. Diese Menschen wĂĽnschen sich einerseits den Tod herbei, haben aber gleichzeitig groĂźe Angst davor.

Bei ersten Anzeichen (wie z.B. Niesen, Frösteln, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen) einer Erkältung, aber auch bei plötzlich eintretender Erkrankung mit hohem Fieber, kann der blaue Eisenhut mildernd wirken. Alle Beschwerden die plötzlich und heftig (manchmal von einem Moment auf den anderen) auftreten und meist durch kalten Wind oder trockener Kälte ausgelöst werden, verlangen nach Aconit.

Besonders hilfreich kann Acontium auch in der Pubertät für Jugendliche sein. Meist äußert sich dieses Mittel dadurch, dass das einst unbeschwerte, ausgelassene, gesunde, kräftige, liebevolle und naturverbundene Kind sich im Übergang zur Pubertät zurückzieht und zu nichts mehr Lust hat.

Die Pubertät versetzt manchem Jugendlichen einen Schock, weil alles in ihm umgekrempelt wird. Der Heranwachsende wird manchmal auf den Arm genommen und geneckt und das kann Aconit nicht verkraften. Er zieht sich zurück und verliert die Verbindung zu dem, was ihn belebt hat und das Interesse an dem, was ihm so viel Spaß bereitet hat. Er wird schwer damit fertig, dass seine unbeschwerte Kindheit nun vorbei ist.

 

 

Bild Quelle: SIMILASAN.swiss

Leitsymptome von Aconitum

  • Plötzlicher, „stĂĽrmischer“, heftiger Beginn, „mit einem Schlag“
  • Hochakute Zustände
  • Folge von kaltem Wind, trocken-kaltem Wetter
  • Folgen von Schreck, Schock fĂĽr Geist und Körper
  • Rasche eintretende hochentzĂĽndliche Zustände, einhergehend mit Fieber ohne SchweiĂź
  • GroĂźe Unruhe mit viel Stöhnen
  • Angst, Panik, Todesangst (mit dem GefĂĽhl, sterben zu mĂĽssen),
  • Ausgeprägte körperliche und geistige Unruhe
  • Verlangen nach Gesellschaft, Trost
  • Herzklopfen, Herzrasen
  • Harter, schneller Puls
  • Rascher Fieberanstieg
  • Trockene Hitze, kaum SchweiĂź
  • HeiĂźe Hände und kalte FĂĽĂźe
  • Rotes Gesicht, aber beim Aufsetzen blass
  • Blässe, Ăśbelkeit und Schwindel beim Aufstehen
  • Kurzatmigkeit
  • GroĂźer Durst auf groĂźe Mengen kalten Wassers
  • Unerträgliche Schmerzen, „zum Schreien“
  • Typische Verschlimmerungszeit (mitten in der) Nacht

Modalitäten von Aconitum

 

Besser

  • Frische Luft
  • Ruhe
  • Schwitzen

 

Schlimmer

  • Zudecken
  • Aufrichten aus dem Liegen
  • Licht

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