kraeuterkraft

Die Gundelrebe oder Gundermann (Glechoma hederacea)

Klein aber oho!
Dieser zarte aber starke Lippenblütler mit wunderschönen, blasslila bis violetten Blüten und zartem Duft begleitet uns das ganze Jahr über, denn er ist resistent gegen Kälte und Hitze und wenn man ihn lässt, schlängelt er sich bald durch den ganzen Garten.
Der Gundermann steht in Verbindung mit dem Männername Gundram und dem Frauennamen Gunda. Gund bedeutet kleiner Krieger respektive kleine Kriegerin. Der Gundermann ist somit ein heilsames Schutzkraut: ein Dämonenvertreiber.
Der Volksname “Gundermann” verrät die traditionelle Verwendung gegen Entzündungen: “Gund” ist ein altes Wort für “Eiter” somit der “Herr des Eiters”.

Foto: Alexia Zöggeler

Inhaltsstoffe

Die Gundelrebe enthält Gerbstoffe, Vitamin A und C, B-Vitamine, Kalium, Eisen, Magnesium, organische Säuren, Saponin, ätherische Öle sowie den Bitterstoff Glechomin. Aufgrund ihrer vielfältigen Inhaltsstoffe erhält das Kraut seinen aromatischen, typischen Gundermanngeruch, der an Erde und Minze erinnert.

Heilkraut

Obwohl ihre bakterienfeindliche Wirkung längst bewiesen werden konnte, ist die Gundelrebe etwas in Vergessenheit geraten. Sie fördert den Stoffwechsel, vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit, weckt die Lebensgeister und unterstützt die Entgiftung. Bei der Ausleitung von Schwermetallen kann sie eine gute unterstützen. Sie reguliert Magen-Darm-Beschwerden, reduziert Entzündungen an Schleimhäuten und lindert als äußerliche Auflage Schmerzen aufgrund von Rheuma oder Arthritis.

Der Gundermann wirkt:
entgiftend,
entzündungshemmend,
antibakteriell,
zusammenziehend.
Tiefe Schnittwunden, die eigentlich hätten genäht werden müssen, können vollständig und narbenfrei abheilen; ebenso Quetschungen, eiternde Wunden und Abszesse.

In der Naturheilkunde wird er zur Behandlung von Wunden, Hauterkrankungen und Abszessen sowie Hautunreinheiten und Akne verwendet. Das Kraut beruhigt gereizte, entzündete, eiternde Haut und beschleunigt ihre Heilung.

Für die Wundversorgung

verwenden wir das frisch zerkleinerte Kraut und binden die betroffene Stelle damit ab. Diesen Umschlag zweimal täglich wechseln bis alles verheilt ist. Und das geht wirklich schnell!

Tee

Des Weiteren wirkt der Gundermann als Tee genossen schleim-, stein- und harnsäurelösend und stärkt Lunge und Magen aber es wird ihm auch nachgesagt, dass die enthaltenen ätherischen Öle eine entspannte Wirkung haben, die nicht nur das Muskelgewebe beruhigen, sondern auch für Gelassenheit und Ausgeglichenheit sorgen.
Außerdem soll das Heilkraut innere Ruhe und das Vertrauen auf die helfenden Naturkräfte fördern.

Der Tee kann aber auch als Mundspülung, Vollbad oder für Kompressen verwendet werden.

Für einen Tee verwende ich:

  • 1 EL frisches oder getrocknetes Kraut
  • und übergieße es mit 250 ml heißem Wasser.
  • Lasse den Tee 8-10 Minuten abgedeckt ziehen,
  • seihe ihn ab
  • und trinke ihn schluckweise.

Weitere Anwendungen mit Gundelrebe

Auszüge mit Alkohol, Essig, Solelösung, aber auch Öl. Aus dem Öl kann eine Salbe gerührt werden.

 

Zauberkraut

Foto: Alexia Zöggeler

Die kleinen, wunderschönen, blasslila bis violetten Blüten und sein sanfter Geruch deuten darauf hin, dass der Gundermann unsere Sinne öffnet: Die Schutz- und Heilpflanze erweitert das Bewusstsein und fördert die Hellsichtigkeit, ohne jedoch berauschend wie Zauberpilze oder dergleichen zu wirken.
Früher ist dieses Kraut viel für schutzmagische Zwecke verwendet worden: um eine Hexe zu erkennen oder abzuwehren, Kühe vom “Milchzauber” zu befreien, vorauszusagen, wer im neuen Jahr sterben wird.

Dieser hübsche Lippenblütler ist ein pflanzlicher Schutzgeist für Haus, Garten und ihre Bewohner und bewahrt vor bösem Zauber, Geistern und Verwünschungen, vor allem wenn er im Garten wächst, aber wir können auch ein paar Kränzlein aus den langen Stängeln binden und sie im Haus verteilt aufhängen und trocknen. Diese Kränze können dann für heilende Zeremonien, Meditationen, Tänzen, zum Räuchern verwendet werden.

In der Walburgisnacht können die übrig gebliebenen Kränze verbrannt werden und wir so unsere Verbundenheit zur Natur und Ihrer Wesen erneuen.

Dieses Kraut ist sehr unempfindlich gegen Kälte, ist mehrjährig und bedeckt mit seinen kriechenden Ausläufern Wiese und Garten und wenn man nicht regelmässig ein wenig erntet, nimmt er gern überhand.

Küchenkraut

Man kann mit dem Kraut und guten Öl ein Kräuteröl herstellen und dieses für den Salat verwenden; das frische Kraut samt Blüten kann man auch für den Salat selbst verwenden, z. B. zusammen mit Schafgarben- und jungen Birkenblättchen, Gänseblümchen und Löwenzahn. Oder man würzt damit z.B. Gemüse oder Kartoffeln.

Ich mache jedes Jahr mit der Gundelrebe ein Kräutersalz, das ich dann täglich entweder pur einnehme oder einfach meine Speisen damit gesund würze.
Sehr gut schmeckt auch eine Gundelrebenbutter oder ein Frischkäse, den ich zu gekochten Kartoffeln genieße oder als Fülle in Schlutzkrapfen verwende.

Und probiert doch mal die Blättchen in dunkle flüssige Schokolade zu tauchen. Sobald die Schokolade sich abgekühlt hat, könnt ihr eure gesunde „After-Eight“-Blättchen genießen. Mmmmmh.

Und natürlich darf dieses Frühlingskraut nicht in der Gründonnerstagssuppe fehlen.

Achtung!
Grundsätzlich kannst du das Heilkraut unbedenklich zu dir nehmen, denn die Pflanze ist nicht giftig. Allerdings sollte man nie zu viel nehmen, denn eine zu hohen Dosis, kann Nieren und Schleimhäute sowie der Magen-Darm-Trakt reizen was zu leichten Beschwerden führen kann.
Vorsichtig sollten auch Schwangere, Stillende und Personen sein, die blutverdünnende Medikamente einnehmen.

Abschließend: Wir dürfen dem Männlein im Garten hin und wieder mit etwas Bier oder Schnaps spendieren unsere Dankbarkeit für sein Sein zeigen.

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