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🌾Arnica Montana Homöopathie Teil 3đŸ«§

Heute beginnen wir mit der Vorstellung der homöopathischen Mittel, mit der sogenannten MATERIA MEDICA. Bevor wir jedoch die Arnica Monata vorstellen: Jedes der homöopathischen Mittel hat sozusagen eine Persönlichkeit, die es kennzeichnet, vergleichbar mit einer Person. Der Homöopath weiß, dass diese Persönlichkeit entweder ganz dem jeweiligen Menschen, der vor ihm sitzt, entspricht, oder nur zeitweise sein eigen ist. Die Arzneimittel kommen oft auch nur fĂŒr kurze Zeit in Frage. Die Kenntnis der Arzneimittelbilder ist fĂŒr eine homöopathische Behandlung die wichtigste Voraussetzung, sollte aber immer in Absprache mit ihrem Arzt, bzw. Homöopathen erfolgen.

(Die Inhalte meiner Artikel werden mit grĂ¶ĂŸtmöglicher Sorgfalt erstellt. Es wird jedoch keine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit, VollstĂ€ndigkeit und AktualitĂ€t der bereitgestellten Inhalte ĂŒbernommen. Die Befolgung der gegebenen Empfehlungen und Inhalte erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers.)

ARNICA MONTANA

Folgen von körperlicher und geistiger Anstrengung


Die Arnica-Menschen

Um uns ein Bild von einem Arnica-Menschen machen zu können, brauchen wir nur an die Erscheinung eines gesunden, krĂ€ftigen, stĂ€mmigen, lachenden, rotbackigen Bergbauern zu denken. Der Tagesablauf eines solchen Menschen wird von der Natur bestimmt und ist dadurch von natĂŒrlichen Ruhephasen durchzogen. Er arbeitet gerne und ist dabei jederzeit wohlgelaunt. Der Sonntag ist ihm zwar heilig, aber trotzdem muss auch an diesem Tag wenigstens das Vieh versorgt werden, so dass man mit Recht sagen kann: Sein Leben besteht aus Arbeit. Diese Arbeit ist nicht Pflicht, wie beim typischen Menschen der Arsenicum Album versinnbildlicht, sondern Notwendigkeit. Arnika ist jenes Arzneimittel, bei dem sich Arbeit, Freude und Zufriedenheit in einem Punkt treffen.

Was diese Menschen aus ihrem Rhythmus wirft, ist Krankheit, bzw. Verletztheit. Ein kranker Bergbauer kann sein Vieh nicht mehr versorgen. Daher meint der Arnika-Mensch, er sei gezwungen, seine Krankheit zu ignorieren, sie zu ĂŒbergehen und einfach weiter zu schaffen. Aus dieser Situation heraus sagt er: Mit mir ist alles ok, ich bin nicht krank, ich brauche keine Hilfe.

Noch deutlicher drĂŒckt sich dieses Verhalten bei einem Menschen aus, der gerade einen Unfall verletzt ĂŒberlebt hat. Er befindet sich in einer Schocksituation, die verhindert, dass er seine Schmerzen und das volle Ausmaß des Geschehens wahrnimmt. Nur so ist es ihm möglich, dass Schwerverletzte manchmal im Stande sind, den gefĂ€hrlichen Bereich ohne fremde Hilfe zu verlassen. Einige kennen diesen Anblick, wenn ein blutĂŒberströmter Mensch ziellos durch die Gegend lĂ€uft, kaum ansprechbar ist und jede Hilfe abweist (Folge von Schock). Arnika will den “Schmerz” der Situation nicht wahrhaben, weil ihn dies am Überleben hindern wĂŒrde. Dieser “Schmerz” kann sich sowohl im körperlichen wie im emotionalen Bereich ereignen.

Arnica-Menschen sind einfache Menschen. Sie halten nichts von philosophischen GrĂŒbeleien oder esoterischem Schnickschnack. Sie sind Arbeitsmenschen, die sich permanent ĂŒberfordern und dies auch von anderen verlangen. Wer arbeitet, hat keine Zeit sich um den Sinn des Lebens zu kĂŒmmern oder sich im psychologischen Narzissmus zu verstricken. Es ist wie beim Muskelkater, der schmerzt: weitermachen, dann hört er auch wieder auf.

NatĂŒrlich glaubt Arnica auch, dass keiner so fleißig ist wie er. Darauf ist er stolz und hegt gegen jeden ein Misstrauen, der ihm etwas Arbeit abnehmen könnte. Er delegiert ungern und kann sehr ungehalten werden, wenn es dann nicht so wird, wie er es wollte. NatĂŒrlich erscheint er den anderen dadurch diktatorisch. Sein Fleiß ist nicht nur auf die körperliche Arbeit beschrĂ€nkt. Auch im Lernen fordert Arnica von sich alles, wobei seine geistigen Kraftreserven allerdings nicht so unerschöpflich sind wie die körperlichen. Er reagiert daher oft mit körperlichen Symptomen auf geistige Überforderung.

Nun kennen wir den Menschen Arnica in seiner reinen Form und jeder von uns kann nun RĂŒckschlĂŒsse darĂŒber ziehen, wann Arnika angebracht ist. Wir kommen alle irgendwann in Ă€hnliche Situationen, die nicht andauernd da sein mĂŒssen, in denen aber Arnika uns hilft, diese leichter zu ĂŒberwinden und zu meistern.

Wirkung von Arnica

Arnica aus dem Alpenraum bildet Helenalin, was als natĂŒrlicher EntzĂŒndungshemmer gilt. Arnica Montana hilft bei Zerrungen und Verletzungen aller Art. Zudem hat Arnica eine besondere Beziehung zum Blut. Wenn es zu einem Blutaustritt aus den GefĂ€ĂŸen kommt (z.B. bei Verletzungen, Operationen, Zahnarztbesuch), regt Arnica die Blutbildung an und krĂ€ftigt die Zirkulation. Auch bei Blutaustritt ins Gewebe (Bluterguss/HĂ€matom) infolge Ă€ußerer Gewalt durch einen Schlag, Fall oder eine Quetschung ist Arnica das Mittel der Wahl.

Sogar wenn das Ereignis bereits lĂ€nger zurĂŒck liegt, kann noch mit Arnica behandelt werden. Arnica kann ebenfalls gut bei SchockzustĂ€nden eingesetzt werden, die infolge einer Verletzung eintreten.

Arnica gehört in jede Notfall-Apotheke und Tasche einer Mutter. Das Mittel ist ein prompter Seelentröster, wenn Kinder sich verletzen. Oft bringt eine Kombination

  • mit Hypericum (Nervenverletzungen), 
  • Symphytum (Knochen-, Knochenhautverletzung) und
  • Calendula (Wundpflege) gute Resultate.

Merke: in akuten Situationen können auch mehrere Mittel im Abstand von fĂŒnf Minuten gegeben und wiederholt werden.

 

PHYSISCHE BILDER:

Herz- KreislaufschwĂ€che, roter heißer Kopf bei kaltem Körper, Zerschlagenheit, GehirnerschĂŒtterung, Hirnblutung, Hirninfarkt, motorische und sensorische AusfĂ€lle, Muskelkater, Verletzungen, Prellung, Verstauchung, Zerrung, BlutergĂŒsse, Verbrennungen, Verhebungen, Operationsvorbereitung und -nachbehandlung, Zahnextraktion, Frakturen, Wunden, Sepsis, HĂ€matome, Infektionskrankheiten, Rekonvaleszenz, Heiserkeit nach Überanstrengung der Stimme, Keuchhusten, Bronchitis, Pneumonien, Geburtshilfe bei Blutungen, Eiterungen, Blutvergiftungen, Furunkel, Scharlach, Masern, MuskelkrĂ€mpfe (auch Cuprum), Wundliegen (Dekubitus).

 

PSYCHISCHE BILDER:

Überarbeitung, Erschöpfung, UnfĂ€higkeit Arbeiten abgeben zu können; starke BerĂŒhrungsempfindlichkeit, Angst, Schock, diffuse Schmerzen.

VERSCHLIMMERUNG/BESSERUNG DURCH:

Schlimmer: in der Nacht, in der Sonne, bei Hitze, Bestrahlung, NĂ€sse, KĂ€lte, Zugluft, Trösten, Druck, BerĂŒhrung, LĂ€rm, Hartliegen, ErschĂŒtterung, Arbeiten, Autofahren, Heben.

Besser: Im Liegen, Ruhe, bei Tieflage des Kopfes.

VERABREICHUNG UND POTENZEN:

  • In niedrigen Potenzen D4 bis C6 fĂŒr lokale Verletzungen, wie Verstauchungen – jede Stunde 3 Globuli (bei starken Blutungen eher höher geben C30)
  • In mittleren Potenzen C30, C 200 bei UnfĂ€llen, Verletzungen am ganzen Körper
  • Kinder, die sich stĂ€ndig verletzen, besonders auf dem Kopf = C 1000 einmal im Monat (dadurch wird die Verletzungsbereitschaft deutlich verringert).

3 Antworten auf 🌾Arnica Montana Homöopathie Teil 3đŸ«§

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