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Propolis – ein erstaunliches Bienenprodukt

Die letzten Tage waren sehr warm und das lockte auch die Bienen wieder hervor. Für mich Zeit, auch einmal wieder über ihre wertvollen Produkte zu sprechen.

Propolis, oft auch Bienenkittharz genannt, ist ein höchst erstaunliches Bienenprodukt.
Eigentlich wie alles, was die Honigbiene herstellt, wie ich finde. Sie stellen einen ganzen Arzneischrank an gesundheitsfördernden Produkten her.

Honigbienen sind Produzentinnen vieler gesundheitsfördernder Produkte. Foto: Pixabay

 

Propolis wird von den Bienen aus verschiedenen Pflanzenwachsen und Pflanzenharzen hergestellt. Die kleinen Tierchen erweisen sich dabei als sehr kräuterkundig und nehmen dabei genau die Wachse und Harze aus ihrer Umgebung, die für sie am günstigsten sind.

Ich wage zu behaupten, dass sie diese Pflanzenstoffe und ihre Zusammensetzung je nach Herausforderung, der sie ausgesetzt sind, auswählen.

Das Propolis wird von den Bienen aus verschiedenen Pflanzenwachsen und Pflanzenharzen hergestellt, wie z.B. der Pappel. Foto: Karin Raffeiner

Genauer gesagt: Propolis wird aus der Wachsschicht und den Harzen der Knospen gewonnen, wie zum Beispiel aus der Pappel (siehe auch einen ehemaligen Beitrag von uns). Die schützende Schicht um die empfindlichen Knospen sind keimwidrig und schützen vor Witterungseinflüssen wie Kälte, Wind und Sonne.

 

Warum tun die Bienen sich diese Mühe an?

Nun, ihr müsst euch vorstellen, dass in so einem Bienenstock kuschelige 37° C und  eine relative hohe Luftfeuchtigkeit herrschen. Das sind ideale Bedingungen für eine pathogene Keimbesiedelungen durch Bakterien, Pilze und Viren. Im Nu wäre der ganze Stock an irgendeiner Infektion dahingerafft.

Außerdem ist für die Produktion von Honig, die Nachwuchsaufzucht und für die konstante Temperatur unumgänglich, dass keine Zugluft herrscht, das heißt die Bienen brauchen ein resistentes Material, das den Stock abdichtet.

Jetzt kommt das Propolis ins Spiel: Es hat geniale Eigenschaften. So ist es stark keimhemmend, sodass im Stock fast sterile Bedingungen herrschen, dichtet zuverlässig jede noch so kleine Ritze ab und schmilzt auch nicht bei hochsommerlichen Temperaturen.

Zusätzlich hat es noch ein paar weitere Pluspunkte:

  • Es wirkt durch seinen Duft beruhigend und besänftigend auf das Bienenvolk (auch auf uns),
  • wirkt hormonregulierend ( auch auf uns) und
  • wirkt regenerierend und kräftigend (ebenfalls auch auf uns).

 

Durch die ätherischen Öle des Propolis’ wirkt der Duft besänftigend auf die Bienengemeinschaft. Foto: Pixabay

 

Die Maus im Bienenstock…

Um die keimhemmende Kraft des Propolis deutlich zu machen, erzähle ich euch, was die Bienen mit einer eingedrungenen Maus im Stock machen, ein Umstand, der besonders im Winter öfter vorkommt.

Kurz gesagt: Sie wird mit Bienengift getötet. Und dann? Verwest die tote Maus vor sich hin? Im Stock, an Ort und Stelle ihres Todes? Hinaustragen können Bienen dieses Riesenvieh sicherlich nicht….

Nein: Die Bienen hüllen die tote Maus in Propolis ein, komplett und lückenlos. Damit wird eine Verwesung mit ihrer hohen Keimbelastung verhindert. Die Maus wird mumifiziert. Genial, nicht wahr?

Übrigens: Dieser Effekt wurde auch bei der Mumifizierung der Toten im Alten Ägypten genutzt.

 

Der Nutzen von Propolis

So und da wir jetzt wissen, für was und aus was die Bienen ihr Propolis herstellen, können wir einfach nur ableiten, für was wir es gebrauchen können. Aufs Gradewohl ist das nicht mehr nötig, denn es gibt mittlerweile umfangreiche Forschungen zu dem Thema. Besonders in Osteuropa und in den nordafrikanischen Ländern hat der Einsatz der Bienenprodukte auch in der klassischen Medizin einen hohen Stellenwert.

Propolis wirkt äusserlich:
  • wundheilend,
  • entzündungshemmend,
  • schmerzstillend,
  • stark keimhemmend,
  • antihistaminisch,
  • hautschützend.
Propolis wirkt innerlich:
  • immunstimmulierend,
  • den ganzen Organismus kräftigend,
  • umstimmend,
  • leberreinigend,
  • darmpflegend,
  • hormonmoduliernd (auch Stresshormone),
  • Nervenstärkend,
  • antikanzerogen.
 

Der Beruhigungsstoff für den Bienenstock. Propolis besänftigt und harmonisiert das Gemüt. Mensch und Biene! Foto: Pixabay

 

Inhaltsstoffe des Propolis

Bis zu 200 Inhaltsstoffen kann das Propolis aufweisen. Die Zusammensetzung ändert sich je nach Region und je nach Jahreszeit und Witterung.

Wir finden darin Harze von den sie umgebenden und erreichbaren Bäumen. Bei uns wären dies: Lärche, Fichte, Zirbe, Latsche, Wachholder, Knospenharze und Wachse von: Birke, Pappeln, Rosskastanie, Haselnuss… und vielen anderen.

Natürlich variiert aus diesem Grund die Menge und die Verteilung der Inhaltsstoffe. Grob gesagt, können wir aber sagen, dass Propolis folgende Inhaltsstoffe hat:

  • ätherische Öle
  • Polyphenole
  • Flavonoide
  • Antioxidanzien
  • Enzyme
  • Gerbsäuren
  • Salicylsäuren
  • Aminosäuren
  • Bitterstoffe
  • Mineralien
  • Vitamine
  • Pollen

 

Wie kann Propolis angewendet werden?

Es wird beispielsweise in Salben, Balsamen und Mundwässern für die äußerliche Anwendung eingearbeitet.

Für die innerliche Anwendung wird es hingegen als Propolistinktur, -pulver, -honig bei vielfältigen körperlichen Beschwerden eingenommen oder auch pur zum Kauen. Im nächsten Beitrag verrate ich euch das Rezept der Propolis-Butter.

Ich selbst verwende Propolis auch gerne zum Räuchern. Es ist zumeist eines der vielen wertvollen Bestandteilen bei meinen Räucherkegeln.

Bloggerin, Kräuterkundige und Krankenpflegerin
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