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Die Vitalstoffbombe im Herbst

Die Hagebutte gehört zu unseren wertvollsten herbstlichen Wildfrüchten. Wie schon im Beitrag zur Preiselbeere besprochen, wollen wir heute auch auf diese Herbstfrucht genauer eingehen. Die Hagebutte ist eine der Vitamin C-reichsten Früchte, sie übertrifft sogar die Zitronen. Die frischen Früchte der Hagebutte enthalten je nach Standort und Umwelteinflüssen sowie Erntezeitpunkt in 100 g Frucht zwischen 400 bis 1200 mg Vit. C.

Damit ist sie eindeutig eine Vitalstoffbombe. Außerdem enthält sie weitere Vitamine wie Vit. A, B1, B2, K1 und Vit. E, wertvolle Fruchtsäuren und verschiedene Mineralstoffe, insbesondere auch Eisen, aber auch eine beachtliche Menge an Kieselsäure, Gerbstoffen, und das seit neuem nachgewiesene Galaktolipid, dem eine starke Wirkung und Hilfe bei Arthrose nachgesagt wird.

Die Vitalstoffbombe im Herbst: Hagebutten. Foto: Pixabay

 

Es wird fleißig weitergeforscht, doch ist bereits klar, dass diese Galaktolipide das Einwandern der weißen Blutkörperchen in den entzündeten Bereichen hemmen. Dadurch werden die Entzündungen reduziert und der gesunde Gelenkknorpel wird geschützt. Schmerzen können so deutlich gemindert und die Beweglichkeit gebessert werden.

Die Kerne enthalten des Weiteren noch die wertvollen ungesättigten Fettsäuren Linol- und Linolensäuren. Eine solche Mischung lässt wohl erahnen, was diese Frucht in sich hat.

Die Inhaltsstoffe der Hagebutte können wunderbar vom menschlichen Körper aufgenommen werden und dienen  im Allgemeinen zur Stärkung des Immunsystems.

 

Die verschiedenen Einnahmemöglichkeiten:

Hagebutten verarbeiten. Foto: Bertoluzzi

Am häufigsten wird die Hagebutte in Form von Tee eingenommen (siehe Rezept weiter unten). Bitte nicht verwechseln mit Hagebuttentee im Beutel oder in Früchtetees. Da wird die Hagebutte nämlich ersetzt mit den Schalen der Hibiskusfrüchte.

Weiters können wir eine Tinktur aus den Früchten und Samen zubereiten. Für ganz “Fleißige” empfehle ich die Herstellung einer Marmelade oder eines Mus aus dem Fruchtfleisch.

Achtung: Dabei bitte unbedingt die Kerne aufbewahren und trocknen für einen “Kernlesstee”.

Die Früchte kann man auch trocknen und pulverisieren für eine positiv wirkende Kur für das Immunsystem sowie Gelenkpflege (auch hier das Rezept siehe weiter unten).

 

Tipp für die  fachgerechte Trocknung von Hagebutten

 

Hagebutten trocknen. Foto: Bertoluzzi

  • Früchte ernten an sauberen pestizidfreien Standorten.
  • Schön reife Früchte ernten, besser vor dem 1. Frost, der bewirkt nämlich nur Vitaminverlust und, dass die Früchte matschig werden.Am besten Zuhause mit einer sauberen Rebschere das schwarze Blütenkäppchen sowie den Stengelansatz abtrennen und mit einem 3. Schnitt die Frucht in der Mitte zerteilen.
  • Die Kerne drinnen lassen!
  • Dieser Vorgang hat mehrere Vorteile. Wir können die Früchte schneller, schonender, also mit weniger Vitaminverlust, trocknen und sehen sofort, wenn bereits Einwohner die Frucht reserviert haben. In diesem Falle wird diese Frucht entfernt.
  • Die halbierten Früchte bei max. 35 Grad so schnell wie möglich gut trocknen und dann in einem Glasgefäß dunkel aufbewahren.

Daraus können wir Tee oder Pulver zubereiten.

 

Hagebutten verarbeitet zu Hagebuttensalz und Hagebuttenpulver. Foto: Bertoluzzi

 

Zubereitung von Hagebuttenpulver:

  • Die getrockneten Hagebutten – die ganze Frucht mit den Kernen – mit einer Kaffeemühle mehrmals mahlen,
  • das Pulver kühl und trocken lagern.

Einnahme: ein bis zwei Mal täglich ein gehäufter Teelöffel.

 

siehe auch unsere früheren Beiträge meiner Kollegin Irene Hager: Zubereitung von Hagenbuttenpulver sowie  Hagenbuttengetränk aus Hagenbuttenpulver.

 

Zubereitung von Hagebuttentee:

  • Die getrockneten Früchte für mindestens 3 Stunden kalt einweichen – gerne auch über Nacht.
  • Sie nach dieser Zeit zum Kochen bringen, 15 min. köcheln lassen,
  • abseihen und genießen.
  • Diesen Vorgang kann man innerhalb eines Tages dreimal mit denselben Früchten wiederholen. Da holt man immer noch einiges raus.

Viele sagen, mit dem Kochen gehen die Vitamine verloren, aber die Hagebutte enthält so viel Vit. C und Fruchtsäuren, die das enthaltene Vit. C schützen, dass immer noch eine beachtliche Menge enthalten ist. Nur durch das Köcheln gelingt es uns jedoch, die Kieselsäure der Frucht zu entlocken und für unseren Körper wertvoll zu machen.

Diesen Tee mögen auch Kinder gerne und er kann gut mit Honig oder ein wenig Apfelsaft versüßt werden.

Hagebuttentee ist eine Gesundheitsvorsorge, die besonders für den Winter geeignet ist und zudem mild und positiv auf die Verdauung sowie die Blase und die Nieren wirkt.

 

Gastbloggerin Maria Teresa Bortoluzzi beschäftigt sich seit Jahren mit Anbau, Anwendung und Weitergabe rund um das Thema Kräuter. Weitere Infos zu ihrer Person findet ihr hier.

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