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Alles im Fluss …

Es beginnt in der Pubertät und begleitet uns Frauen (nahezu) ein Leben lang: das Zyklische, das Wiederkehrende, ein ständiges Auf und Ab, Hin und Her, ein Fließen zwischen zwei Polen, unsere ganz persönliche Zeitmessung – die Menstruation.

Anstatt dies als Last zu empfinden, dürfen wir erkennen, dass uns Frauen dieses dynamische System ermöglicht, uns schnell an (körperliche) Veränderungen anzupassen und uns die Gelegenheit schenkt, viele verschiedene Facetten unseres Ichs auszuleben.

Ein schönes Sinnbild für die Menstruation: ein Mohnfeld.
Foto: Pixabay

 

Der weibliche Zyklus wird durch ein fein abgestimmtes Gleichgewicht verschiedener Hormone gesteuert – allen voran Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon). Das Spannende an den Hormonen ist: Sie beeinflussen zahlreiche Körpervorgänge und Organe, darunter das Gehirn und somit die Psyche. Aber die Psyche hat ihrerseits wiederum einen großen Einfluss auf das Ausschütten und Wirken der Hormone! Dies erklärt, warum der Zyklus augenscheinlich so „störungsanfällig“ ist. Seit jeher wissen die Weisen Frauen um Heilkräuter und -pflanzen, welche bei den verschiedensten Beschwerden helfen. Es verwundert also kaum, dass die meisten dieser Pflanzen Phytohormone enthalten!

 

Macht den Eierstöcken Feuer:

Mönchspfeffer. Foto: Pixabay

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) hat eine direkte Wirkung auf die Hirnanhangdrüse, welche für die Progesteronausschüttung in den Eierstöcken verantwortlich ist. Es hilft bei unregelmäßigen oder sehr kurzen Zyklen, Zwischenblutungen und Kinderwunsch, aber auch bei unangenehmem Spannungsgefühl in den Brüsten. Seine Wirkung wurde wissenschaftlich nachgewiesen.
Einnahme: Mönchspfeffer sollte als wässrige Lösung (Tinktur) über mind. 3 Monate nur in der 2. Zyklushälfte eingenommen werden, da in dieser Phase das Progesteron seine Wirkung entfaltet.
Achtung: Mönchspfeffer kann prolaktinsenkend wirken, soll deshalb nicht von stillenden Frauen eingenommen werden.             

 

Das „Bauchhwehkraut“:

Schafgarbe. Foto: Pixabay

Schafgarbe (Achillea Millefolium) hat eine krampflösende Wirkung und hilft bei Regelschmerzen. Darüber hinaus soll es auch regulierend auf den Blutfluss wirken und somit bei sehr starken oder sehr schwachen Blutungen helfen.       
Anwendung: als Tee oder Sitzbad.

 

DAS Frauenkraut schlechthin:

03 Frauenmantel. Foto: Pixabay

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) reguliert ebenfalls die Ausschüttung des Gelbkörperhormons (Progesteron) und wirkt gegen PMS, unregelmäßigem Zyklus und entspannend bei Unterleibskrämpfen.
Einnahme: Dabei sollten 2-3 Tassen täglich, über mehrere Zyklen, ev. auch in Kombination mit Schafgarbe, eingenommen werden. Seine Wirkung wurde allerdings wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen.

 

Top gegen Blutung:

Gewöhnliches Hirtentäschel. Foto: Pixabay

Hirtentäschel (Capsella bursa pastoris) wirkt hervorragend bei sehr starken Blutungen. Seine Inhaltsstoffe regen die Gebärmutter dazu an, sich zusammenzuziehen. Wir Hebammen machen damit immer wieder gute Erfahrungen. Neue Studien haben nun auch eine gerinnungsfördernde Wirkung nachgewiesen.
Einnahme: Während der Periode 2 Tassen (nicht mehr!) täglich trinken.
Achtung: auf keinen Fall während einer Schwangerschaft anwenden!

 

Das „Krampfkraut“:

Gänsefingerkraut, entnommen von Wikipedia, Autor: Rasbak. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zilverschoon_plant_Potentilla_anserina.jpg

Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) wirkt entkrampfend bei Unterleibsschmerzen.             
Einnahme: Es sollte als Tee (2 Tassen tgl.) mit Frauenmantel, Schafgarbe, Kamille und Melisse gemischt, eine Woche vor Einsetzen der Menstruationsblutung getrunken werden, bis die Blutung vorüber ist. Wie die meisten Kräuterkuren entfaltet es nach einigen Wochen seine Wirkung.

 

Die Hebamme ist die Expertin für alle Fragen rund um Zyklus und Menstruation. Ich berate Sie gerne und kann Ihnen weitere kräuterkundige Empfehlungen geben. Starken Blutungen, Schmerzen oder ein sehr unregelmäßiger Zyklus sollten ärztlich abgeklärt werden.

Dieser Gastblog-Beitrag wurde uns von Julia Cappelletto zur Verfügung gestellt.
Sie lebt mit ihrer Familie am Ritten. Als freiberufliche Hebamme betreut sie Frauen und Familien vor, während und nach der Geburt. Weitere Infos zu ihr findet ihr hier.

Eine Antwort auf Alles im Fluss …

  • Hallo, mich würde gerade mal noch interessieren welche Teile man vom Mönchspfeffer verwendet. Habe mal was von den Samen bzw Nüssen gehört? Diese zerkleinern und mit 80% ansetzen?
    Danke Liebe Grüße

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