Ein liebevoller, ästhetischer Kräuterfilm

Gestern war es soweit: Die Filmpremiere zu “Altes Kräuterwissen neu entdeckt” von Ulli Velano und dem Rai Sender Bozen. Im Naturmuseum kamen um 20 Uhr über 50 Leute zusammen und durften zum ersten Mal die zweiteilige Dokumentation anschauen, die am Freitag, 27., und Samstag, 28. April um 20:20 Uhr im Rai Sender Bozen zu sehen sein wird. Hier eine “Filmkritik” von uns.

Ulli Velano hielt sich kurz in ihrer Ansprache. Ihr ging es darum, Dankesworte auszusprechen an die, die am Film teilgenommen haben, und ich glaube, sie erwartete es selbst kaum, uns ihr Werk zu zeigen.

Markus Perwanger, Koordinator des RAI Sender Bozens, meinte, dass zwar schon viele Filme über Kräuter gedreht wurden, aber dieser hier noch etwas zu erzählen habe, was es so filmisch noch nicht gäbe. Darum habe diese Dokumentation auch die “prime time” im Sender erhalten. Er selbst wäre auch ein Kräuterfan, vor allem der Tees.

Der Film – unsere Beschreibung

Und dann begann er – mit wunderbaren Naturaufnahmen, die im Laufe der Dokumentation immer wieder vorkamen. Nahaufnahmen von Kräutern und Blüten, von Bienen und Käfern darauf, Luftaufnahmen… Bild und Musik, die Komposition, wunderschön.

Die Dokumentation spannt einen Bogen von der Geschichte – beginnend im frühen Mittelalter in den Klöstern – über das alte Kräuterwissen, das vor allem von Frauen mündlich weitergegeben wurde, aber auch von den Apotheken und Klöstern – bis in die heutige Zeit, wo es von Kräuterpädoginnen und -pädagogen erklärt, von Kräuteranbauerinnen und -anbauern angepflanzt, aber auch von Starköchen wie Alfons Schubeck oder in der Schulmedizin neu entdeckt wird.

Unsere Meinung

Abgesehen davon, dass wir schon erwähnt haben, wie ästhetisch schön diese zweiteilige Dokumentation ist, wurde der rote Faden exzellent gespannt von der Innsbrucker Filmemacherin Ulli Velano. Ihre liebevolle Gestaltung und Begeisterung für das Thema, aber auch ihr Respekt und ihre Anerkennung für die Leute, die in diesem Film auftreten, werden spürbar.

Er war informativ und trotzdem kurzweilig. Wir haben bei der Premiere schließlich beide Teile hintereinander angesehen und das hätte auch ermüdend sein können, aber dem war nicht so. Das Tempo des Films war genau richtig, die Aufnahmen immer wieder beeindruckend und den ausgewählten Personen im Film konnte aufmerksam zugehört werden. Und sie brachten uns auch manchmal zum Lachen

Meine Blog-Kollegin Karin Raffeiner war beeindruckt, wie gut recherchiert der Film ist. Sie meinte, dass sie – ob nun in Büchern oder Filmen – immer etwas lesen oder hören würde, was nicht stimmt, aber bei diesem hier sei ihr nichts aufgefallen. “Kräutertechnisch” also alles korrekt


Nur Alfons Schubeck scheint das Folgebuch der “Südtiroler Kräuterfrauen” nicht gelesen zu haben. Er bedauerte, dass man in Italien nur den Basilikum-Pesto kenne. Hätte er unsere “Kraft der (Südtiroler) Kräuter” aufgeschlagen, hätte er eine Menge von verschiedenen Kräuter-Pestos entdeckt, die südlich des Brenners hergestellt werden 😉

Von der Leiterin des Frauenmuseums Meran, Sissi Prader, konnte ich aufschnappen, dass sie sich noch mehr Kräuterfrauen im Film gewünscht hätte, der zweite Teil zu “männerlastig” gewesen wäre. Sie fügte jedoch hinzu, dass dies nur eine kleine Kritik sei, der Film ihr insgesamt sehr gut gefallen hätte.

Mir persönlich hingegen hat der erste Teil besser gefallen, weil er informationsgeladener war und sehr viel Geschichte brachte. Im zweiten ging es mehr um das Heute, bei dem zwar viel erzählt wurde, aber noch so viel zu berichten wäre. Ulli Velano selbst meinte, sie hätte kein Problem, noch einen dritten oder vierten Film zum Thema zu machen.

Fazit: Wahr ist, sie hat einen großen Beitrag geleistet, den Kräutern und all denen, die sich mit ihnen beschäftig(t)en, die Ehre zu erweisen.

Wir werden für alle diejenigen, die den RAI Sender Bozen nicht empfangen können – wie schon in Facebook angefragt – den Stream mitteilen, sobald er zur Verfügung steht, aber derweilen gibt es zum Anhören einen Radiobeitrag. RAI-Journalist Stefan Windegger interviewt Ulli Velano über den Film.

Bloggerin und Autorin
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