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Bereicherung im Garten: die Goldmelisse

Die Goldmelisse kenne ich nicht von klein auf – wie viele andere Heil- oder Wildkräuter. Vor ca. 10 Jahren leuchtete sie aber eindringlich von Nachbars Garten rüber. Ich durfte sie bewundern und bat darum, ihre Zungenblüten pflücken zu dürfen. Da habe ich mich in diese königlich stattliche Pflanze verliebt.

Foto: Bortoluzzi

Nach der Ausbildung zum Heilkräuteranbau bin ich weit gefahren, um wirklich echte und gute „stallone“ zu erhalten. Als „stallone“ werden die Ausläufer bezeichnet. Ich hatte den Geheimtipp, die besten in St. Felix am Nonsberg zu bekommen. Und so war es auch. Ich bekam sie wider Erwarten sogar geschenkt!

Seitdem zieren sie meinen Kräutergarten und bereichern im Sommer im frischen Zustand unsere Speisen, werden getrocknet für Heißaufgüsse, Heiltees und Tinkturen in unserer Hausapotheke verwahrt und als Öl für die Hautpflege verwendet. Aus der Goldmelisse kann auch ein sehr feiner Sirup hergestellt werden.

 

Die Pflanze und ihre Geheimnisse

Die Goldmelisse enthält wertvolle ätherische Öle, darunter:

  • Thymol und
  • Phenol,
  • Gerbstoffe,
  • Bitterstoffe sowie
  • das Anthocyan Monardein.

Sie wird auch Indianernessel genannt, weil sie ursprünglich auch Südamerika kommt und an den Federschmuck der Indianer erinnert.

Foto: Bortoluzzi

 

Sie wirkt positiv auf die Atemorgane und auch die Verdauungsorgane. Allgemein wirkt sie schleimlösend, fiebersenkend, leicht schweißtreibend, leicht harntreibend, beruhigend.

Sie wird bei Erkältungskrankheiten aber auch gerne bei Kopfschmerzen, Übelkeit, bei Wechseljahrbeschwerden und als Einschlafhilfe eingesetzt.

 

Was braucht die Goldmelisse?

Die Goldmelisse braucht einen stickstoffreichen Boden und sollte deshalb nach 2, spätestens 3 Jahren ihren Standort wechseln. Sie ist anfällig für Mehltau. Dem kann durch die Zugabe von Backpulver im Frühling zur Erde vorgebeugt werden.

Geerntet werden die Zungenblüten und jungen zarten Blätter, solange sie gesund sind.

Die Goldmelisse ist winterhart und mehrjährig.

Sie ist auch in Topfhaltung möglich, dafür braucht es aber eine sehr gute Erde und eine monatliche Düngung, evtl. mit Beinwellbrühe.

Tipp: Auf echte und gute Pflanzen achten, die einen milden und erfreulichen Duft verbreiten.

 

Goldmelissen-Sirup

Zutaten

120 g frische Goldmelissenblüten
1 Liter abgekochtes und  wiederum erkaltetes Wasser
Schale und Saft von ca. 1 kg unbehandelten Zitronen
1 kg Zucker

 

Zubereitung
  • Die Blüten über Nacht im Wasser ansetzen,
  • am Morgen die Zitronenschale, den frisch gepressten Saft und den Zucker beimengen.
  • Des Öfteren gut umrühren und 24 Stunden ziehen lassen.
  • Am nächsten Tag den Sirup fein abseihen und in sterile Flaschen abfüllen.

 

Das Goldmelissen-Öl

Ich empfehle einen Warmauszug herzustellen mit der Menge 2 zu 1, zum Beispiel:

Zutaten und Zubereitung
  • 250 ml Färberdistel Öl und 125 g frische Goldmelisseblüten in ein großes Honigglas geben.
  • Das Gefäß in ein Wasserbad geben (darunter 2 kleine „Holzsprisselen“ geben, damit das Glas nicht mit dem heißen Metall in Berührung kommt) und
  • das Ölgemisch unter ständigem Rühren auf max. 40 Grad erwärmen,
  • wegstellen, mit einem Stofftaschentuch abdecken und abkühlen lassen.
  • Diesen Vorgang 3x wiederholen, d.h. 3 Tage lang.
  • Nach dem 3. Abkühlen am 4. Tag abseihen und
  • am liebsten in Braunglas abfüllen.

Ich bevorzuge grundsätzlich bei der Kräuterölherstellung dieses Auszugsverfahren, weil ich dann in 4 Tagen das Produkt fertiggestellt habe.

Anwendung

Nach dem Duschen oder Baden auf die noch feuchte Haut auftragen.

Foto: Bortoluzzi

Trocknung der Goldmelissenblüten

Die Zungenblüten der Goldmelisse eignen sich sehr gut zum raschen Trocknen. Das Trockengerät auf max. 32 Grad erhitzen, damit die ätherischen Ölen so wenig wie möglich verloren gehen. Wenn die Kräuter rascheln, sind sie schön trocken.

Im Frühling gebe ich gerne Ausläufer weiter. Ich habe mittlerweilen neben der Moarda didyma, die im Geschmack nicht zu toppen ist, weitere Exemplare der Familie in weinrot, pink, lila, rosa und weiß. Die Farbenkombination leuchtet im Garten, zieht viele Bienen, Hummeln und Insekten an, die sich ebenfalls daran laben und erfreuen.

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