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Das lang ersehnte Zirbe-Buch ist da

Endlich ist es da: Die Zirbe. Heilkraft der Natur. Rezepte für Schönheit & Küche von  Sigrid Thaler Rizzolli und Heinrich Gasteiger. Das heiß ersehnte, ja schon längst fällige Buch über die Zirbe, der Königin der Alpen! Die Autoren haben in liebevoller Kleinarbeit alles zusammengetragen, was es zu diesem Thema gibt, und ein für alle verständliches, leicht nachvollziehbares Buch geschaffen mit unglaublichen 99 Rezepten aus den Bereichen Hausapotheke, Körper- und Schönheitspflege und Küche.

Sigrid Thaler Rizzolli, in Südtirol als sehr versierte Kräuterfrau bekannt, hat auf leicht verständliche Art und Weise über die Zirbe als Baum des Alpenraums und über die Verwendung des Zirbenholzes geschrieben. Akribisch hat sie die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Wirkung des Holzes auf das Wohlbefinden zusammengetragen und erläutert. 

Sehr spannende und zumindest für uns SüdtirolerInnen (weil der Baum

hier in Südtirol häufig anzutreffen ist) leicht nachmachbare Rezepte finden sich in den Bereichen Gemmotherapie, Aromatherapie, Räuchern, Hausapotheke und Kosmetik. Dabei erläutert Sigrid Thaler Rizzolli sehr anschaulich, was es allgemein mit den verschiedenen Therapieformen auf sich hat, wie sie angewendet werden und wirken. Dadurch geht das Buch auch aus dem Thema Zirbe hinaus. Außerdem finden sich sehr detaillierte Anweisungen, wie Auszüge und Ansätze, aber auch Tinkturen, Salben und Naturkosmetika im Allgemeinen hergestellt werden. Diese können auch für die Verarbeitung anderer Kräuter angewendet werden. Sehr spannend fand ich die Kapitel über Kräuterauszüge in Oxymel, einer Mischung aus Honig, Essig und Salzlake. Die beiden Möglichkeiten, Kräuterkraft auszuziehen und zu konservieren, finden sich selten so gut beschrieben und sind eine gesunde Alternative zu Auszügen mit Alkohol und Zucker!

Das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen auch die Genussrezepte von Heinrich Gasteiger. Die Zirbe in der Küche – und zwar in Vorspeisen, mehr oder weniger aufwendigen Hauptspeisen, Desserts und Keksen – muss wahrlich ein Genuss sein.

Nur finde ich schade, dass weder Sigrid Thaler Rizzolli noch Heinrich Gasteiger erklären, wann und wie man die wertvollen Zirmnüsschen erntet. Als Älplerin weiß ich, wie unglaublich aufwendig es ist, die 2 Esslöffel Zirmnüsschen, die in fast allen Rezepten vorkommen, auszulesen und zu knacken. Wie man die 80g für die “Hausfreunde” zusammenbringt, daran wage ich nicht zu denken. Außer man greift auf die im Handel erhältlich Sibirischen Zedernnüsschen zurück, die Samen der Sibirischen Zirbe, die, wie im Buch beschrieben, ganz eng mit unserer Zirbe verwandt ist. Aber das wäre wohl nicht Sinn und Zweck des Buches, oder? Leider beschreibt Herbert Gasteiger im “Kleinen-Natur-Küchenglossar” auch nicht, was er genau unter der in einigen Rezepten verwendetet Zirbelessenz versteht. Wahrscheinlich das Ätherische Öl der Zirbe, aber ganz sicher bin ich mir da auch als Kräuterfrau nicht! 

Das Buch bleibt aber, trotz dieser kleinen Anmerkungen, ein Muss für jede Kräuterfrau, und das nicht nur in Südtirol. Es ist informativ, spannend, vielseitig und wirklich sehr, sehr schön geworden! 

Die Zirbe

Heilkraft der Natur – Gesundes Wohnen – Rezepte für Schönheit & Küche

von Sigrid Thaler Rizzolli; Heinrich Gasteiger
Hardcover
Fester Einband
224 Seiten; ca.; 246 mm x 174 mm
2017 Athesia Tappeiner Verlag
ISBN 978-88-6839-289-5
Preis: 19,90 €
 

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