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Vorgestellt: Der Portulak

Manch eine Gärtnerin wundert sich, welches kleine aber doch dickliche Kräutlein da zwischen den Karotten herumkriecht, ganz nahe am Boden. Es ist vielleicht der Portulak, auch Sommer- oder Gemüseportulak genannt. Ja, „Gemüse“-Portulak, denn auch dieses Unkraut wurde früher als Gemüse genutzt und ob seines guten Geschmackes sehr geschätzt.

Der Portulak gehört zu den Sukkolenten – also zu den Wasser speichernden Pflanzen- und enthält etwa 93% Wasser, hat meist rötliche Stiele und kleine, grüne Blätter. Er hat einen leicht sauren oder salzigen Geschmack und kann in Salaten oder auf Brot gegessen werden.

Dieses “Unkraut” wächst in vielen Teilen der Welt und einer Vielzahl von Umgebungen, ist in Gärten oder Gehsteig-Rissen zu sehen und überlebt auch gut unter härteren Bedingungen wie Trockenheit oder in nährstoffarmen und salzigen Böden.

 

In der Küche:

Foto: Pixabay

Goethe jedenfalls kannte den Portulak und genoss ihn wie so manch anderes Grünzeug am liebsten mit pochierten Eiern.

Die frisch-zitronig und etwas salzig schmeckenden Blätter sind am besten:

  • wenn sie roh als Salat zubereitet werden oder
  • einem Mischsalat den richtigen Pfiff geben.
  • Junge Blätter können wie Kresse aufs Brot gestreut werden;
  • gehackt würzen sie Kräuterbutter und Quark, Saucen und Suppen.

Sollten Blätter bitter schmecken, sind sie zu alt und wurden zu spät geerntet. Nach der Blüte ist nämlich Schluss mit Genuss, dann schmecken alle Blätter unangenehm bitter.

 

Portulak-Joghurt

Zutaten:

1 gute Hand voll Portulak
500 g Naturjoghurt
1 kleine Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer

 

Zubereitung:
  • Ein Sieb (am besten ein Spitzsieb) mit einer großen Kaffeefiltertüte auskleiden und den Joghurt darin ca. 30 Min. über einer Schüssel abtropfen lassen.
  • Den Joghurt in eine Schüssel geben. Den Knoblauch schälen und durch die Knoblauchpresse zum Joghurt drücken. Gut verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Den Portulak waschen, trocken schütteln und die dicken Stielenden entfernen. Einige schöne Blättchen beiseitelegen. Den restlichen Portulak in ca. 2 cm große Streifen schneiden, zum Joghurt geben und vorsichtig unterheben. Den Joghurt auf Teller verteilen und mit Portulakblättchen garniert servieren.
  • Schmeckt sehr gut zu Pellkartoffeln oder zur Marende.

 

In der Hausapotheke:

Foto: Pixabay

Weltweit wurde und wird Portulak auch als Heilpflanze genutzt.

  • Er wurde schon um 800 v.Chr. in babylonischen Schriften als Heilpflanze erwähnt. Er war Bestandteil des Heilkräutergartens des babylonischen Königs.
  • Im alten Griechenland wurde der Portulak viel als Gemüse benutzt. Er galt als Heilpflanze gegen Verstopfung und Entzündungen der Harnorgane.
  • Der Arzt Tabernaemontanus empfiehlt den Portulak im 16. Jahrhundert gegen Sodbrennen und sogar gegen lockere Zähne.

 

Der Portulak und die Omega-3-Fettsäuren

Ein Inhaltsstoff des Portulaks sticht jedoch besonders heraus: dieOmega-3-Fettsäuren. Diese kennt man landläufig vor allem von Seefisch, Pflanzenölen und Nüssen.

Unter den grünen Blattgemüsen weist Portulak jedoch den mit Abstand höchsten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf!

Omega-3-Fettsäuren sind besonders wichtig für ein gesundes Hirn und Herz, sie können helfen, rheumatischen Erkrankungen vorzubeugen. In einer Studie wurde zudem belegt, dass Portulak bei fettleibigen Jugendlichen einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel hat.

Mein persönlicher Gesundheitstipp: Wann immer ich im Garten arbeite und mir der Portulak begegnet, zupfe ich ein paar Blätter ab und vernasche sie vor Ort!

 

 

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