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Es geht auch ohne Schneckenschleim

Der neueste Schrei in der Kosmetik ist der Inhaltsstoff „Schneckenschleim“. Da ich in der Naturkosmetik beschäftigt bin, werde auch ich regelmäßig danach gefragt und habe beschlossen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine ausführliche Reflexion zu schreiben.

Foto: “cablemarder” auf Pixabay

 

Im Jahr 2009 wurde der asiatische Trend, die Haut mit Schneckenschleim zu behandeln, bekannt. Schlagartig wurde ein großes Interesse in den Medien wach und damit für viele Kosmetikanbieter die Möglichkeit, ein neues Produkt gut zu vermarkten. Mich hat seitdem das Thema „Schneckenschleim in der Kosmetik“ beschäftigt und bis heute verfolge ich Berichte, Videos und Informationen über die Zucht von Schnecken und die Gewinnung des Schleimes. Zwei Berichte finde ich empfehlenswert zu lesen: einer im standard.at und einer in der Süddeutschen Zeitung.

Dem Schneckenschleim wird eine Vielfalt an positiven Eigenschaften zugesprochen, er soll gegen Entzündungen helfen, gegen Falten, bei Akne, bei Narben und Hautrötungen.

Foto: Johannes Plenio auf Pixabay

 

Wie wird dieser Schleim gewonnen?

Die große Frage war für mich: „Wie wird denn dieser Schleim gewonnen? Dazu wurden unterschiedliche und vage Aussagen gemacht, aber keine wirklich glaubhaften. Was ich dabei herausgefunden habe, wird zudem verschwiegen.

Schneckenschleim „Helix Aspersa Müller“ produzieren die Gartenschnecken, um sich fortzubewegen, und interessant ist, dass dieses keine wertvollen Wirkstoffe für die Haut besitzt.

Hingegen das Sekret „Snail Secretion Filtrate“ (SSF) ist für die Kosmetik als Wirkstoff registriert worden. Leider können Schnecken dieses Sekret nur dann ausscheiden, wenn sie gestresst sind. Das heißt der Produzent wendet unterschiedliche Methoden an, um die Tiere zu stressen. Sie werden entweder mit kaltem Wasser gespült, mit Stöcken geschlagen, mit Stromstößen versetzt, mit Säuren behandelt, in Zentrifugen gelegt oder mit Salzwasser gefüttert, um sie damit zu dehydrieren.

mein Motto: frei von Grausamkeit

 

Hersteller von Schneckenschleim behaupten jedoch, die Schnecken werden gut gehalten, hätten ein wunderbares Leben und würden schon gar nicht gequält. Inzwischen gibt es sogar „biologische“ Schneckenhaltung, wo sie anscheinend Biofutter bekommen und der Schleim per Stäbchen einzeln entnommen wird. Jetzt kann natürlich jeder für sich entscheiden was er glauben will.

Auf der Etikette im INCI scheint das Sekret als „Snail Slime Extract“ auf, das heißt, dass der Wirkstoff mit Wasser gelöst wird und es nicht ersichtlich ist, in welcher Konzentration er in der Creme vorhanden ist.

Wichtig ist noch, dass das Angebot auf dem Markt dermaßen groß ist, dass die vom Produzenten gewonnene Menge an Schleimsubstanz für die Produktion nicht ausreichen würde. Also wird Schneckenschleim inzwischen auch künstlich hergestellt. Unsicher ist zudem, ob der Wirkstoff wirklich so viele positive Eigenschaften besitzt, wie ihm nachgesagt werden. Es gibt dafür nur wenige zuverlässige Studien.

Foto: Franck Barske auf Pixabay

 

Ich habe mich in meiner Arbeit komplett von diesem Inhaltsstoff distanziert, weil es keine Möglichkeit gibt, wirklich zu erfahren, was die Schnecken durchmachen, und diese sogenannten biologischen Züchtern überzeugen mich nicht.  

Tatsache ist: Dieser Wirkstoff kann mit vielen wunderbaren pflanzlichen Wirkstoffen bestens ersetzt.
Dasselbe gilt übrigens für Viperngift und Bienengift und sogar für die neueste Variante, dem Vogelkot.

 

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